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PARTNERSCHAFT
im ENTRE-DEUX-MERS
GEBIET
SOTTRUM
SAUVETERRE-DE-GUYENNE
Vom Verein "Die Freunde der Bastei zu Sauveterre de Guyenne"
ausgearbeitet, dank dem Beitrag Jean BOUFFARDS und den Nachforschungen
aus den Registern des Gemeinderats.
Übersetzung: Michel Pac, unter Mitwirkung von Hannelore
Fischer.
ÜBERBLICK ÜBER einen
FREUNDSCHAFTSPAKT
Zwanzig
Jahre sind schon verstrichen...
Und bevor sich die Erinnerung verwischt, ist es unumgänglich, Erinnerungen
an dieses Ereignis festzuhalten. 1993 ist das 20. Jubiläum.
Von Jean BOUFFARD erwähnte Erinnerungen im Mai 1994,
von
Louis de BEAUVALLON aufgenommen.
Nach
den schmerzhaften Zeiten, die um die Mitte des XX. Jahrhunderts die
Geschichte der Völker tief geprägt haben, schildert diese
Sammlung von Aussagen Menschen, die auf der Suche nach einer engeren
Freundschaft waren.
Robert
BARRIERE: Obwohl vom Verlust seines Vaters tief betroffen, hat er die
Gelegenheit ergriffen, dem Wunsch deutscher Freunde nachzukommen, zwischen
zwei Regionen, in denen nun wieder Frieden herrscht, engere Freundschaftsbande
zu knüpfen. Er vermochte es, einen vereinten und entschlossenen
Gemeinderat aufzubauen und zu betreuen, um diese Pläne zu verwirklichen.
Gegenseitige hohe Wertschätzung, von einer gemeinsamen edlen Gesinnung
und einen festen Willen beherrscht, um eine Annäherung zwischen
der "Samtgemeinde Sottrum" und dem "Canton de Sauveterre
de Guyenne" zu verwirklichen, haben dazu beigetragen, daß
diese engagierten Personen zwischen den beiden Gemeinden einen tiefen
Wunsch hervorriefen, sich zu entdecken und kennenzulernen, um menschlich
näher zu kommen.
Wilhelm
SCHRÖDER: Obwohl er nicht schon am Anfang im Vordergrund der Partnerschaft
stand, wäre es undenkbar, daß man seine Verdienste angesichts
seiner beispielhaften Rolle seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht besonders
würdigt.
Durch seine Tatkraft und seine Ausstrahlung vermochte er es, sowohl
bei seinen Landsleuten als auch bei den Sauveterrenern die Gefühle
hervorzurufen; die für den jährlichen Austausch unerläßlich
waren.
Mögen
diese guten Eigenschaften - dieser Mut, diese Duldsamkeit, dieser Wille,
diese menschlichen Qualitäten - , die die Leiter dieses "Abendteuers"
beseelten, die kommende Generation nachdenklich stimmen und sie dazu
anregen, sich auf dem geebneten Weg weiterhin einzusetzen.
Louis de BEAUVALLON
Vorsitzender der "Freunde der Bastei"
zu Sauveterre de Guyenne".
Eine in Aquitaine entdeckte Freundschaft
Die Herkunft der Partnerschaft Sottrum-Sauveterre ist auf die Bemühungen
junger Deutscher aus Rotenburg (Wümme) zurückzuführen,
die 1970 das Bordelais-Gebiet bereisten.
Diese
Gruppe stand unter der Leitung von Herrn Landtagsabgeordneten Helmut
Tietje.
Die
Reise dieser Jugendlichen und Begleitung hatte zum Ziel das Département
Gironde, dessen Weine und Kulturstätten zu entdecken.
Der
Verantwortliche der deutschen Gruppe hatte sich zur Préfecture
(Landratsamt) von Bordeaux begeben und sich dort vorgestellt, um den
Zweck ihres Unternehmens zu erläutern. Er fragte, ob ihnen ein
Reisebegleiter vermittelt werden könnte, um sie zu führen.
Herr
Baltzer, ein führender Leiter der Abteilung Jugend und Sport, bemühte
sich um die Gruppe, um ihre Wünsche zu erfüllen.
Eine
Woche lang zeigte er mit Erläuterungen in deutscher Sprache die
Hauptmerkmale der Schwerpunkte der Bordeauxer Gegend.
Eine
tiefe Verbundenheit zwischen den Herren Baltzer und Tietje entstand
und am Ende seines Aufenthaltes bot sich Herr Tietje als ortskundiger
Reiseführer von Rotenburg an.
1971
fuhr Herr Baltzer während der darauf folgenden Ferien nach Deutschland.
Auf der Suche nach einer Partnerschaft
Während
dieses Aufenthaltes informierte Herr Tietje seinen Freund darüber,
Bindungen zwischen dem Landkreis Rotenburg (Wümme) und einem ähnlichen
Gebiet aus der Gironde und innerhalb dieses Rahmens, Partnerschaften
zwischen Gemeinden gleicher Größe entstehen zu lassen.
Herr
Baltzer, der sich im Rahmen seiner Tätigkeit in der Jugend- und
Sportabteilung um das Gesamtgebiet Entre-Deux-Mers kümmerte, kam
also nach Bordeaux zurück mit einem Vorhaben. In seinem Geist schon
wäre diese Gegend, die zwischen beiden Flüssen liegt, ein
möglicher Partner des Landes, dessen Landrat Herr Tietje war.
Kurz
nach seiner Rückkehr lud Herr Baltzer zu einer Informationssitzung
in Bordeaux die Vertreter im Conseil Général sowie die
Bürgermeister des Entre-Deux-Mers ein.
Herr
Robert Barrière, Bürgermeister von Sauveterre-de-Guyenne,
der damals anwesend war, erstattete dem Stadtrat Bericht über die
gesamten Projekte, die im Rahmen der Ziele der Verwaltung des Landes
in Rotenburg (Wümme) standen. Er schlug also vor, daß die
Stadt für seine Partnerschaft kandidieren sollte (siehe Debatte
Anfang des Jahres 1972).
Zum
ersten Mal also ging es in Sauveterre um eine solche Angelegenheit und
obwohl der Stadtrat überrascht war, zeigte er sich im Gesamten
verständnisvoll.
Von
nun an gingen die Handhabungen in dieser Angelegenheit rasch vonstatten.
Sauveterre de Guyenne bewirbt sich als Kandidat
Herr
Baltzer teilte per Schreiben an die an eine solche Annäherung zwischen
Deutschland und Frankreich interessierten Stadtverwaltungen mit, daß
eine Studienreise nach Rotenburg (Wümme) im Laufe des Monats März
1972 stattfinden sollte, um an Ort und Stelle unsere an ähnliche
Perspektiven verbundenen Partner zu treffen.
Bei
Erhalt dieses Schreibens wurde eine Sitzung des Stadtrates zusammengerufen,
und es wurde beschlossen, dem Vorschlag des verantwortlichen Leiters
der Jugend- und Sportabteilung zuzustimmen. Das Reisevorhaben war angenommen
worden und eine Delegation aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Kultur
und der Wirtschaft wurde sofort aufgestellt.
So
wurden die Herren Jean Boufford, 1. stellvertretender Bürgermeister,
Louis Vincent, Leiter der Realschule von Sauveterre und Robert Bonneau,
Vorsteher der hiesigen Winzergenossenschaft auserwählt.
Auf
der Entre-Deux-Mers Ebene war die Begeisterung für ein solches
Vorhaben eher bescheiden und die gesamte Delegation, die mit dem Zug
Richtung Rotenburg (Wümme) fuhr, versammelte in erster Linie Vertreter
aus Sauveterre, aus Langon, Cadillac und Fontenac.
Der
Gruppe gehörten auch Vertreter aus verschiedenen Berufs- und Interessenverbänden
an.
Die
Endstation dieser Zugreise war der Hauptbahnhof zu Rotenburg (Wümme)
in Niedersachsen, wo ein äußerst herzlicher Empfang die französische
Delegation erwartete.
Nach
der Gästezuteilung wurden die Franzosen von verschiedenen Kreisverwaltungen
empfangen und so nahm Herr Fricke, der damalige Bürgermeister der
Samtgemeinde Sottrum, Herrn Jean Bouffard auf.
Entdeckung einer Verwaltungsorganisation
An
dieser Stelle ist es von Interesse, die Struktur der Gebietskörperschaften
auf regionaler Ebene in Deutschland zu erwähnen, die die Delegation
aus dem Entre-Deux-Mers entdecken wird:
-
Das Land ist etwa eine Région;
- Der Kreis ist dem Arrondissement gleichzustellen;
- Die Samtgemeinde ist ein Verbund von Gemeinden, etwa ein canton;
- Die Gemeinde : la commune.
Die
Samtgemeinde Sottrum faßt die Gemeinden von Ahausen-Bötersen-Hassendorf-Hellwege-Horstedt-Reeßum-Sottrum
zusammen.
Was
die Franzosen besonders beeindruckt, ist die reibungslose Organisation
dieser Strukturen und die Ausgeglichenheit, die in der einheitlichen
Bearbeitung der "laufenden Angelegenheiten" bei der Ebene
der Samtgemeinde herrscht und zwar was die Verwaltung, das Schulwesen,
die Sicherheit, die religiösen Angelegenheiten, die Ausgaben usw.
anbetrifft, die zu einem perfekten Gleichgewicht führen, da sie
von allen Beteiligten, deren Beschlüsse in einer konstruktiven
und effezienten Harmonie erfaßt worden sind, angenommen werden.
Taktvoller
und herzlicher Empfang
Im
Laufe der ersten drei bis vier Tage fanden Besichtigung des Kreises
und Bekanntmachen mit verschiedenen Verantwortlichen statt.
Vom
Austausch Jugendlicher aus den beiden Ländern über die Entwicklung
der Organisation Europas bis hin zu den Konflikten zwischen Nationen
wurden diese Fragen unter anderem thematisch behandelt, um immer wieder
auf die notwendige Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich
zurückzukommen, die auf den zukunftsträchtigen Bindungen zwischen
Regionen und Gemeinden unumgängliche Elemente eines einfühlsnahen
Europas aufbauen, wobei später weiterführende Fragen auf allen
Ebenen, die zahlreiche Länder betreffen, erörtert werden können.
Schließlich
kam die Delegation als Träger vieler Botschaften nach Frankreich
zurück nach diesem Empfang, wo gegenseitige Verständigung,
Verbindungen und Wunsch nach tiefen und dauerhaften Verhältnissen
entstanden.
Im
Laufe der Sitzung vom 07. April 1972 erstattete Jean Bouffard Bericht
über die Reise nach Rotenburg (Wümme).
Sauveterre legt Wert auf einen konstruktiven Empfang
Die
Stadtratsmitglieder wünschen, daß diese Studienreise zu konkreten
Schritten auf der Ebene der Partnerschaft, des Jugendaustausches im
Bereich der Schul- und Sportausbildung, des Handels usw. führt.
Am
26. Mai gibt tatsächlich im Laufe einer Stadtratssitzung Jean Bouffard
das Protokoll einer in der Sous-Préfecture von Langon erfolgten
Arbeitssitzung bekannt. Herr Baltzer, der in ständigem Kontakt
mit den Vertretern des Kreises von Rotenburg (Wümme) steht, bestätigt
die Ankunft einer deutschen Delegation im Juli mit dem Auftrag, rasch
die gesamten Projekte voranzutreiben.
Der
Stadtrat wünscht zu diesem Anlaß Arbeitssitzungen und Dolmetscher
für die Zeit des Aufenthaltes unserer Nachbarn.
Zu
dieser Sitzung unter der Schirmherrschaft von Herrn Bürgermeister
BARRIERE, der Verständigung für eine deutsch-französische
Annäherung aufwies, und dessen Vater aber am 23. Mai 1916 bei Douaumont
erschossen wurde, nahmen Frau TEULET und Herr Jean BOUFFARD, 1. stellvertretender
Bürgermeister, die Herren GIRONA, RAFFIN, GIRY, BASSELERIE, LECUSSANT,
CASTET, LUMEAU, ESCABASSE, DRIOLLE, DUCOURT, SABOURIN, MONDON teil.
Entschuldigt und abwesend waren die Herren MARTIN und LAQUECHE.
Selbstverständlich
mußten die gesamten Aktionen, die zu einer solchen Annäherung
zwischen Deutschland und Frankreich führen sollten, einigen mißmutigen
Individuen mißfallen, die "mit Mut" ein "anonymes"
Bekenntnis richteten, dem - es versteht sich - keinerlei Beachtung zuteil
wurde.
An
dieser Stelle kann man erwähnen, daß alle Verhandlungen für
Langon, Cadillac und Sauveterre von Herrn Baltzer geführt wurden,
aber daß die zuletzt genannte Stadt sich absonderte, um zu verhandeln
und zum Abschluß einer von ihr gewünschten Partnerschaft
zu führen, die so schnell wie möglich konkrete Formen annehmen
sollte.
Jedoch
wird immer noch der Aufenthalt der deutschen Delegation, deren Ankunft
am 27. Juli vorgesehen ist, in der Sous-Préfecture organisiert.
Herr
Jean Bouffard, 1. stellvertretender Bürgermeister, empfängt
privat Herrn Fricke, den Bürger-meister der Samtgemeinde Sottrum.
Das
"Weinfest" ist ein hervorragendes Mittel, um die Gäste
aus dem Kreis von Rotenburg (Wümme) zu empfangen und ihnen eine
Stadt des Entre-Deux-Mers festlich und mit einem besonders herzlichen
Empfang vorzustellen.
Das
Fest an sich war ein großer Erfolg mit u.a. dem Einsatz der Fallschirmspringer
über dem Stadion. Es begeisterte unsere Gäste sehr, die am
Tage darauf bei schönstem Wetter zum Ozean fuhren, die Düne
von Pyla bestiegen, anschließend eine Austernzucht und andere
Sehenswürdig-keiten besichtigen.
Sauveterre
möchte die Partnerstadt von Sottrum sein
Der
gesamte Stadtrat lud die Delegation zu einem festlichen Abendessen in
der Gaststätte "Croix-Blanche" (zum Weißen Kreuz")
ein und Sauveterre äußerte Herrn Fricke gegenüber offiziell
die Absicht, eine Partnerschaft mit Sottrum ins Leben zu rufen.
Indes
empfingen Langon, Cadillac und Fontenac andere Mitglieder der deutschen
Delegation, und es hatte den Anschein, daß alles so bleiben sollte
wie es war.
Als
Abschluß des Aufenthaltes der Deutschen fand ein Abschiedsessen
für die gesamte Delegation statt.
Von
nun an machte Sauveterre einen Alleingang zur Gestaltung der Partnerschaft
mit Sottrum und sonderte sich von den anderen Städten des Entre-Deux-Mers
ab.
Eine
Botschaft mit dem Gascon-Geist
Anekdotisch
kann die humorvolle Rede von Herrn Bürgermeister Robert Barrière
über die Grundsätze dieser Partnerschaft erwähnt werden,
die er mit einer Eheschließung verglich, ja als Endspurt der Verlobung
folgt, des aktuellen Standes unserer Verhandlungen ...
Seine
Botschaft mit dem Gascon-Geist wurde vielleicht von Herrn Fricke falsch
ausgelegt, denn dieser überraschte seine Kollegen sehr in seiner
Antwort an den Bürgermeister von Sauveterre, in der er fand, daß
die Franzosen viel reden und - in dieser Angelegenheit - etwas zu sehr
romantisch seien und daß es eher angebracht wäre, über
Worte hinaus zu konkreten Maßnahmen überzugehen....
Es
scheint, daß in diesen Augenblicken Frau Eychene, die dolmetschte,
sich bemühte, um die Worte aus der Rede von Herrn Fricke zu besänftigen.
Allein
die Gesichter der Deutschen verrieten einen gewissen Unmut. Erst später
wurde diese Geschichte gründlich erörtert und wir denken,
es sei angebracht, diese belustigende Anekdote zu erwähnen, die
den Verlauf der Gespräche störte.
Herr
Stadtratsmitglied Raffin schlug bei der darauf folgenden Sitzung vor,
eine Kommission zu gründen, deren Auftrag es sei, die Bevölkerung
über den Sinn und Zweck einer solchen Partnerschaft zu informieren
und zwar in enger Zusammenarbeit mit den hiesigen verschiedenen Vereinen.
So entstand das Komitee der Deutsch-Französischen Partnerschaft.
Demzufolge
waren die Beziehungen zwischen Sottrum und Sauveterre fest verankert,
denn es gab unter ihnen vorwärtstreibende Kräfte, die entstanden
waren, und die Lösungen um eine Partnerschaft konkret anzugehen
konnten nur noch folgen.
Eine
Delegation aus Sauveterre unter der Leitung von Herrn Barrière
begibt sich nach Deutschland, um am 17. April mit Sottrum eine Partnerschaftsurkunde
zu unterschreiben, was die Herren Barriére und Fricke vollziehen
werden.
Ende
Juli des gleichen Jahres und zwar anläßlich des Weinfestes
kommen die Gäste vom rechtsrheinischen Ufer (Deutschland) in die
Entre-Deux-Mers Gegend und zum ersten Mal im Rahmen einer anerkannten
Partnerschaft zwischen Sottrum und Sauveterre. Die Delegation wurde
von Herrn Schröder geleitet. Der Generalkonsul Deutschlands machte
durch seine Anwesenheit den Festlichkeiten Ehre.
U R K U N D E
Die
Räte der Gemeinden des CANTONS SAUVETERRE DE GUYENNE UND DER SAMTGEMEINDE
SOTTRUM haben beschlossen, daß eine offizielle Gastfreundschaft
zwischen den beiden Gebieten begründet werden soll. Über die
Landesgrenzen hinweg treten sie darüber hinaus gemeinsam ein für
den großen Gedanken der Verständigung zwischen Frankreich
und Deutschland.
Heute, am 17. April 1973 ist der Tag gekommen, an dem wir die bereits
eingeleiteten fruchtbaren Verbindungen zwischen unseren beiden Gemeinden
in die offizielle Gemeindepartnerschaft einmünden lassen.
Im
Namen der Einwohner des CANTONS SAUVETERRE DE GUYENNE UND DER SAMTGEMEINDE
SOTTRUM verpflichten wir uns, stets nach besten Kräften die Beziehungen
zueinander zu vertiefen und zu erweitern.
Auf
der Grundlage dieser Freundschaft wollen wir der Völkerverständigung
dienen und alle Bestrebungen unterstützen, die auf ein gedeihliches
Zusammenleben der Menschen und auf den Frieden in der Welt gerichtet
sind.
In
diesem Glauben und mit diesem festen Vorsatz haben wir, der BÜRGERMEISTER
VON SAUVETERRE DE GUYENNE UND DER BÜRGERMEISTER DER SAMTGEMEINDE
SOTTRUM heute am 17. April 1973 unsere Unterschriften und unsere Siegel
unter diese Urkunde gesetzt.
SOTTRUM,
den 17. April 1973
Der
Bürgermeister der Samtgemeinde Sottrum
gez.
Fricke
Der
Beginn der Begegnungen
Dem
Wortlaut der Partnerschaftsurkunde zufolge waren Austauschmaßnahmen
im schulischen, persönlichen, gesellschaftlichen Bereich usw. vorgesehen.
Im
Laufe der Stadtratssitzung vom 26. Oktober 1973 wurde festgehalten,
daß infolge einer Sitzung des Austauschausschusses vorgeschlagen
wurde, daß 1974 eine 11. Klasse aus der hiesigen Realschule, der
Gesangverein von Morizès und Castelmoron anstelle des Vereins
von Sauveterre nach Sottrum gehen sollten.
In
der Tat waren die Leiter des Gesangvereins von Sauveterre der Einladung
nicht nachgegangen, in Sottrum aufzutreten. Die Nachbardörfer zögerten
nicht in der Annahme eines Schrittes zum konstruktiven Aufbau zugunsten
der deutsch-französischen Verständigung. Herr Pac, Leiter
der Gesangvereine, war von dieser Initiative begeistert und nahm sie
sofort an, indem er einer Teilnahme an der bevorstehenden Juli- oder
Augustreise zustimmte. (festgehalten im Protokoll der Stadtratssitzung
vom 8. Februar 1974).
Eine
vorbildliche Annäherung
Zahlreiche
Urkunden hatten bereits Annäherungen zwischen deutschen und französischen
Städten besiegelt, aber auf der Ebene des Kreises von Rotenburg
(Wümme) wurden die Gefühle, die Sauveterre und Sottrum belebten,
von einer gegenseitigen Herzlichkeit und von dem Willen einander zu
entdecken, gekennzeichnet, um tiefe Bande der Freundschaft zu gründen,
die das Beispielhafte an dieser Partnerschaft ausmachte.
Die
Stärke jener Gefühle kam selbstverständlich sowohl von
dem gewählten Vertreter aus auch von der gesamten Bevölkerung,
die über ein solches Ereignis hinweg einerseits eine Beruhigung
in den Herzen und andererseits den Aufbau allerlei Austauschmaßnahmen
auf der Ebene der zukunftsträchtigen Jugend fand.
Mit einem solchen Umfeld kann man behaupten, daß die Partnerschaft
zwischen Sottrum und Sauveterre allgemein als Beispiel zu betrachten
sei. Ihre Sachkenntnis konnte ermöglichen, daß viele Austauschmaßnahmen
auf vielen Ebenen der Tätigkeiten beider Regionen zustande kamen.
Es ist eindeutig, daß man diese Spontanität der Größe
der vorhandenen Gemeinden zuschreiben soll.
Unter
den Elementen, die einen wichtigen Teil in der guten Abwicklung all
dieser Angelegenheiten spielten, waren die Qualität und der hohe
stand, die alle Dolmetscher bei den Verhandlungen verliehen.
Eine
schöpferische Begeisterung
Durch
ihre Fähigkeit, ihr Einfühlungsvermögen, ihre Begeisterung
und die Art und Weise, wie sie Anteil nahmen, bei dem Willen aller Parteien
zu einem positiven Ende zu gelangen, haben Frau Eychene, Herr Baltzer,
Herr Patuaud, ein Freund von Jean-Paul Dumas, Michel Pac aus La Réole,
Annik Audy, die Nichte von Herrn Escabasse, dazu beigetragen - und mehr
als man annimmt -, die Partnerschaft zwischen Sottrum und Sauveterre
ins Leben zu rufen.
Bedauerlich
ist ihre Abwesenheit bei den Feierlichkeiten des 20. Jubiläums
1993, denn Sauveterre und Sottrum verdanken ihnen vieles.
Im
März 1974 fuhr Jean Bouffard zum dritten Mal nach Deutschland mit
einer 15-köpfigen Schülergruppe der Realschule in Begleitung
zweier Lehrer, Herrn Didier und Annik Audy.
Wenn
der 1. stellvertretende Bürgermeister zum Auftrag hatte, mit den
Partnern aus Sottrum eine gewisse Zahl von Projekten zu studieren, um
in die aktive Stufe der Vereinbarungen zu treten, hatte ihn Abbé
Louis Jeanne, Pfarrer zu Sauveterre, damit beauftragt, dem Pastor von
Sottrum zu begegnen, um auf der Ebene der katholischen und der evangelischen
Gemeinschaften Initiativen zu ergreifen.
Fest
verankerte Freundschaften an der Schwelle des XXI. Jahrhunderts
Die
fest verankerten Beziehungen zwischen Sottrum und Sauveterre eröffneten
nun einen Weg, der freundschaftliche Handlungen aller Art ermöglichte,
und jedes Jahr wiederholten sich zwei Höhepunkte: Ende Juli findet
die Ankunft der deutschen Delegation anläßlich des Weinfestes
statt, das drei Tage lang am letzten Wochenende dauert und im August
fährt die französische Delegation nach Sottrum.
Man
kann nicht abschließen, ohne ein paar Namen zu erwähnen,
die die Geschichte dieser deutsch-französischen Begegnungen gekennzeichnet
haben, wie Pastor Alfred KRÜGER, l'Abbé JEANNE, Eugène
GIRY, Helmut TIETJE, Georges ARFEL, Jean LECUSSANT, W. SCHRÖDER
u. a...
Bestimmt
weist diese Berichterstattung Mängel auf, und wer sie liest oder
zur Kenntnis nimmt, und Veränderungen bzw. Berichtigungen machen
möchte, um diese Niederschrift zu vervollständigen, kann sich
an den Verein der "Freunde der Bastei zu Sauveterre de Guyenne"
wenden.

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