Hassendorf liegt am nordwestlichen Rand der Lüneburger Heide an der Bahnlinie Bremen-Hamburg. Urkundlich wurde Hassendorf unter dem Namen Hercenthorpe erstmalig im Jahre 1299 in den Registern der Erzbischöfe von Bremen und später in einer Zevener Urkunde von 1456 unter Hersendorpe erwähnt. Der Ortsname änderte sich weiter über Hersendorp, Harsendorp, Haßendorp (Schwedenzeit,1567), Haßendorff (1694) bis heute zu Hassendorf.

Einer mündlichen Überlieferung nach soll sich hier "früher einmal" ein Schäfer namens Hasse niedergelassen und mit seinen Nachkommen zur Dorfgründung beigetragen haben. Diese Geschichte lässt sich jedoch nicht belegen. Die Ableitung des Ortsnamens aus dem Bindewort könnte jedoch auf die Personennamen-Kurzform "Herzo" hinweisen. Zu Zeiten der französischen Besetzung dieser Region und der Niederlage Napoleons im Rußlandfeldzug kam es zu einem deutschen Aufstand. Dieser führte 1813 zur sogenannten "Schlacht von Hassendorf", auf der von Napoleon erbauten Landstraße (heute die B 75).

In Hassendorf stand auf dem Stürberg 1892 die erste Ziegelei im westlichen Kreisgebiet, gegründet von den Gebrüdern Sackmann. Wiederum zwei Landwirte, Behrens und Böschen, gründeten vier Jahre später die zweite Ziegelei. Der erste Betrieb wurde 1934 und der zweite Betrieb 1958 stillgelegt. Auf dem Gelände am Stürberg wird seit 1970 ein Campingplatz betrieben.
Der Name Hassendorf wurde durch die 1907 gegründete chemische Fabrik Dr. Jenkel & von Heymann in verschiedenen Ländern bekannt. Die produzierte Flußsäure (Fluorwasserstoffsäure) wurde auch in die Stuhlrohrfabriken nach Bremen und Burg-Lesum geliefert. Heute wird auf diesem Betriebsgelände ein Land- und Baustoffhandel betrieben.

Es ist heute noch die Landwirtschaft, die den Ortskern Hassendorfs prägt, obgleich die allgemeinen strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft auch hier dazu führten, daß es 1980 13, heute nur noch 7 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe und mehrere Nebenerwerbsbetriebe gibt. Die Böden sind leicht und sandig, Hassendorf liegt in der Geest. Die beiden vorhandenen Lebensmittelgeschäfte einschließlich Bäckerei und Gaststätte wurden aufgegeben, die Schmiede in eine KFZ-Werkstatt umgewandelt und für die Schlosserei bestand kein Bedarf mehr. Ein Fuhrunternehmen konnte sich im Rahmen der Gesamtentwicklung auch nicht halten.

An der Bahnhofstraße wurde 1965 ein Bebauungsplan im Umfang von 14ha für Gewerbeerschließung aufgestellt. Grund für die Aufstellung des Bebauungsplanes war das Interesse einer Häuserfabrik, die ihren Betrieb von Bayern nach Hassendorf verlegen wollte, jedoch später in Konkurs ging und somit keine Gewerbeansiedlung erfolgen konnte. Es wurde versucht, dort andere Betriebe anzusiedeln, was bisher nur in ganz geringem Umfang Erfolg hatte.

Die Entwicklung Hassendorfs nach dem 2.Weltkrieg lag in der Erschließung von neuen Wohngebieten. In den Nachkriegsjahren waren im Ort in allen Häusern Flüchtlingsfamilien aus den Ostgebieten untergebracht, die im Rahmen des wirtschaftlichen Aufschwungs jedoch größtenteils in die industriellen Ballungsgebiete zogen. Den hier gebliebenen Flüchtlingen konnten Grundstücke zum Bau von Nebenerwerbssiedlungen angeboten werden. So entstanden 1950 die Nebenerwerbssiedlungen in der "Moorstraße" und "Hinter dem Jeefelde", 1953 die Siedlung "Auf dem Viertel". Den weiteren Nachfragen nach Grundstücken zum Bau von Einfamilienhäusern wurde durch den Bebauungsplan "Schullandstr./Flattstr." in den 60er Jahren Rechnung getragen. Die Bauplätze der Gemeinde wurden zu einem Preis von 6,- DM/qm veräußert.
In den 70er Jahren wurde das Baugebiet "Charlottenweg" und das Baugebiet "Osterstr./Erlenweg" ergänzt und abgerundet. Die Bauplätze wurden von dem Eigentümer an Bauwillige ebenfalls für 6.- DM/qm verkauft. In allen neuen Baugebieten entstanden auch Kinderspielplätze.

Dorfgemeinschaftshaus in HassendorfNach dem Bau des gemeindlichen Friedhofs im Jahre 1963 stellte sich die Frage des Baus einer Friedhofskapelle. Längere und intensive Überlegungen führten dazu, daß alle Aufgaben der Gemeinschaft in einem Haus integriert werden sollten, um Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu erreichen. So beschloß der Rat bereits 1968 den Bau des Dorfgemeinschaftshauses zwischen dem Grundstück der Schule und dem Friedhof. Die Fertigstellung erfolgte 1975. Das Gebäude und seine Einrichtungen: ein Luftgewehr- und ein KK-Schießstand, eine Kegelbahn und die verschiedenen Räume werden multifunktional genutzt. Hier finden kulturelle und sportliche Veranstaltungen statt und die Nutzungsmöglichkeit des Hauses für gesellschaftliche und private Feiern wird von den Dorfbewohnern angenommen. Die Beerdigungsfeiern finden ebenfalls im Dorfgemeinschaftshaus statt. 
Die Schulchronik hat Lehrer Köpcke von ca. 1957-1962 in der Weise gestaltet, daß er die Gebäude und Fachwerkgiebel der alten Häuser malerisch festgehalten hat. Diese Bilder mit Erläuterungen stehen den Bürgern zur Besichtigung im Dorfgemeinschaftshaus zur Verfügung.

Der Ort Hassendorf war bis zum Jahre 1960 geprägt durch die alten Kopfsteinpflasterstraßen. Diese Straßendecken wurden jedoch in Folge der zunehmenden Motorisierung, ab 1960 begonnen mit der Bergstraße, überwiegend verbreitert und asphaltiert. Für das historische Ortsbild ist ein Teil des Pflasters der Worthstraße und des Kirchweges übrig geblieben.



Nach der Stadt Visselhövede bekam die Gemeinde Hassendorf als erste ländliche Gemeinde im Altkreis Rotenburg bei der Gemeindewahl 1964 eine SPD-Mehrheit im Gemeinderat.
Zwischen 1964 und 1972 hatte die SPD zunächst eine Koalition mit der Wählergemeinschaft Freier Bürger (WFB). Ab 1972 verfügte die Hassendorfer SPD über die absolute Mehrheit im Gemeinderat und in der Zeit von 1986-1991 war es eine 2/3-Mehrheit.
Die örtliche Gemeindeverwaltung wurde bis 1972 in der Wohnung der jeweiligen Bürgermeister geführt. Mit der Amtsübernahme von Bürgermeister Hartmann im November 1972 entstand in der alten Schule ein Gemeindebüro mit regelmäßigen Sprechzeiten.

In der Gemeinde Hassendorf werden seit 1975 jährlich Anpflanzungen von Wegerainen durchgeführt. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen der öffentlichen Wege wurden von der Gemeinde wieder in Besitz genommen und mit Feldgehölzen bepflanzt. Die ausgeräumte Landschaft nördlich der Bundesstraße 75 soll damit gegliedert und ökologisch verbessert werden. Die Anpflanzungen werden in Eigenarbeit der Bürger/innen und örtlichen Vereine, einschließlich der Jägerschaft durchgeführt.
Ein Sportverein, der Turnverein Hassendorf, wurde 1947 gegründet. In den Abteilungen Turnen, Fußball und Prellball sind ca. 400 Mitglieder aktiv. Die Sportanlage entstand zunächst auf dem Grundstück der ehemaligen Gaststätte Ruröde und wurde 1975 erweitert.