| |
Ahausen
mit Eversen
|
Die erste nachgewiesene urkundliche Angabe stammt aus dem Jahre
1226. In der Urkunde tauchte der Name eines "Godefridus sacerdos
de Ouhusen" auf. Es lebten damals ungefähr 26 Familien, mehrheitlich
Bauern, in Dorfgemeinschaften. Jeder hatte ein bestimmtes Maß
an Ackerland und entsprechenden Anteil an Gemeineigentum. Es gab
schon eine Kapelle oder Kirche mit einem eigenen Geistlichen,
der der Domgemeinde in Verden unterstand. Das Dorf wuchs in jenen
Zeiten unaufhörlich und es änderte sich im Laufe der Jahre der
Name über Ouhusen, Auhusen, Ahusen (um 1700) in Ahausen. Diese
Entwicklung wurde durch den hereinbrechenden 30jährigen Krieg
unvermittelt unterbrochen. Tillys Truppen verwüsteten den Ort
vollkommen. In der Bünte sind heute noch die Schanzengräben der
Schweden zu erkennen, die dort ihr Hauptquartier aufgeschlagen
hatten. |
|

Die Mühle mit Mühlenteich ist
als Wahrzeichen Ahausens
bekannt. Dieses idyllische Fleckchen machte Ahausen
über die Grenzen Nieder-
sachsens bekannt.
|
|
|
Die zerstörte Kirche wurde aber noch während des Krieges wieder aufgebaut
und erhielt 1637 eine neue Glocke, da man die alte nicht wiedergefunden
hatte.
Vom November 1829 bis zum November 1847 wurde die Verkoppelung der Ahauser Feldmark durchgeführt. Damals gab es viel Armut in den Dörfern. Aus Ahausen gingen die sogenannten Hollandgänger mit eigenem Handwerkszeug nach Holland zum Grasmähen.
Die Landschaft um den Ort herum hatte zu der Zeit ein anderes Gesicht. Es gab fast nur Eichenwälder, in die die Schweine im Herbst zur Mast getrieben wurden. Vor der Wümme war Heide, nur am Bach standen einige Erlen. Viele Wiesen waren feucht und auch Moorstücke gab es.
1842 wurde die jetzige Dorfstaße über drei Hofstellen gelegt.
Bis 1866 bestand in Ahausen die Amtsvogtei, wozu auch Unterstedt, Eversen Haberloh und Ahausen mit Ahauser Mühle und Gut Stelle zählten. Als der Staat Geld brauchte, verkaufte die preußische Regierung die Vogtei.
Von 1890-1905 erfolgte der Bau der Straße Wittorf-Sottrum durch den Ort.
1894 wurde ein Radfahrverein in Ahausen gegründet.
1897 gründet sich in Eversen ein Schützenverein, gründungsältester im Landkreis Rotenburg.
1910-1912 wurden die Siedlungen "Auf dem Adel" und auf "Auf der Bünte"
errichtet. Seinerzeit hatte Ahausen 432 Einwohner.
1914 mußten 85 Männer in den 1.Weltkrieg ziehen.
Seit 1921 gibt es elektrisches Licht und 1925 wurde die erste Straßenbeleuchtung angebracht.
Die Kultivierung der Moore oberhalb der Wümme machte 1923-1924 den Bau der oberen Ahauser Schleuse und 1927 den Bau der unteren Schleuse notwendig. 1927 wurde der Turn- und Sportverein gegründet.
1929 entstand der erste Brückenbau über die Aue im Verlauf des heutigen
Bahnhofsweges. Bis dahin hatte es nur Fußstege und Furten über die Aue
gegeben. 1933 hatte das Inkrafttreten des Gemeindeverfassungsgcsetzes
einschneidende Auswirkungen auf die Gemeindeordnung. Aus dem Gemeindeausschuß
wurde der Gemeinderat, der keine Beschlüsse mehr fassen durfte, sondern
nur noch beratende Funktion erhielt. Seine Mitglieder bestimmte der
Landrat. Gemeindewahlen fanden
nicht mehr statt, der Gemeindevorsteher hatte alleinige Entscheidungsgewalt.
1937 wurde die Wümmeumlegung durchgeführt.
Mit dem Ausbruch des 2.Weltkrieges wurden viele Männer aus dem Dorf eingezogen. Nach der Bombardierung Hamburgs und Bremens mußte auch Ahausen einige Familien aufnehmen. Alle mußten mit Einschränkungen leben, weil die Versorgung immer schlechter und die Wohnraumnot immer größer wurde. Anfang 1945 kamen die ersten Trecks aus Ostpreußen an, später folgten dann die Flüchtlinge aus Westpreußen, an manchen Tagen kamen über 400 Menschen. Im April 1945 gab es starken Beschuß durch die Engländer und einen Tieffliegerangriff, wobei 6
Wohnhäuser und 9 Scheunen bzw. Viehställe zerstört wurden, 4 Menschen starben. Nach Kriegsende kam die Schwarzmarktzeit, erst nach der Währungsreform wurde das Leben wieder erträglicher. Der Ort blühte etwas auf Viele Investitionen wurden getätigt, einige Betriebe gegründet, es kam eine rege Bautätigkeit in Gang und mehrere Neubaugebiete wurden erschlossen. Mittelpunktschule, Baulückenschließung in vorhandenen Baugebieten, Ausweisung des Wochenendgebietes folgten im Zuge des wirtschaftlichen Neuaufbaus und Aufschwungs.
1950
1964
1961 u. 1971
1973
1974
1975
1976
1980
|
Baugebiet "Lohberg"
Bau der Mittelpunktschule Ahausen
Wochenendhausgebiet
Baugebiete "Voßkamp" und "Im Sande"
Baugebiete "Vogtei-Westring" und "Hinter der Hester"
Baugebiet "Südring"
Baugebiet "Lütensberg"
Baugebiete "Hinter den Höfen"
Baugebiet "Hinter dem Schützenholz" |
Zweigstellen der Kreissparkasse
Rotenburg Wümme und der Volksbank Sottrum wurden in Ahausen eröffnet.
Die Poststelle gab es seit den 30er Jahren.
Mit dem Beitritt zur Samtgemeinde zum 1.3.1974 wurde erneut ein einschneiden-
der Schritt vollzogen.
Eversen
Von entscheidender kommunalpolitischer und verwaltungsmäßiger Bedeutung
ist die Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinde Eversen zum
1.3.1974 in die Gemeinde Ahausen im Rahmen der Neugliederung der Gemeinden
im Raum Rotenburg. Ahausen und Eversen waren somit die am spätesten
angeschlossenen Gemeinden, der nun aus 7 Gemeinden bestehenden Samtgemeinde
Sottrum in Landkreis Rotenburg.
Heute sind urkundliche Belege von Eversen aus dem Jahr 1570 bekannt.
Die Jordebücher geben ein Bild von der Lage Eversens um 1694: "Eversen leiget an dem Beck, so die Ahuser Mühle treibet, und zwar von dem ab ins Westen, ist benachbahret ins Osten an Westerwalsede in der Vogdtey Walsede, ins Süden an Weddhotf im Ambt Verden, ins Westen am Spange, Verdisch Herrnschäfferey, ins Norden an Ahusen."
Ab 1892 wurde im Protokollbuch der Gemeinde Eversen die Beschlußfassung
über die Wegebefestigung zu den Nachbardörfern Ahausen, Westerwalsede
und Süderwalsede mit jährlich 50 m Steinpflasterbahn festgehalten. Nach
Anliegerfläche bemessen, erbrachte man Hand- und Spanndienste. Nach
dem 2. Weltkrieg wurde zur Wegebefestigung Kriegsschutt aus umliegenden
Städten mit Pferd und Wagen geholt. 1953 wurde das sogenannte Wegebauprogramm
des Wasser- und Bodenverbandes Eversen zum Ausbau der Wirtschaftswege
im Genossenschaftsgebiet abgeschlossen.
Moortrockenlegung, Torfabbau, Entstehung endemischer Heideflächen, Schaf-, Schweine- und Rinderzucht sowie Ackerbau prägten die Landschaftsentwicklung.

Der "Wolfsgrund", der Ortschaft ist eines der größten zusammenhängenden Heide-Naturschutzgebiete außerhalb der Lüneburger Heide. Eversen, mit 963,75 ha (3855 Morgen) ist auch heute durch landwirtschaftliche Betriebe geprägt. Eine Forschungsanlage für nachwachsende Rohstoffe, Bioethanolanlage, nahm 1984 ihren Betrieb auf, wurde jedoch nach
zehn Jahren wieder geschlossen.
Jenseits der Bundesstraße Rotenburg-Verden befindet sich das Sportzentrum mit den Fußball- und Tennisplätzen, der Tennishalle, dem Schießstand und der Mehrzweckhalle.
Ein eigenes unterrichtszweckgebundenes Dorfschulhaus hatte Eversen von 1908 bis 1965.


|
|
|